Lucie reserviert

Ja, jetzt bin ich hier in Österreich - ich, die ängstliche Vierbeinerin aus einem Rudel beschlagnahmter Hunde in Ungarn. Mein ständiger Begleiter Doki und ich waren die einzigen der zwanzig abgenommenen Tiere, die den Weg zu euch ins Halleiner Tierheim gefunden haben.

Ich hatte es nie gut, nein, ich hatte nie Kontakt zu Menschen, nie eine Streicheleinheit oder gar ein liebes Wort, das man an mich gerichtet hat. Das einzige, das mir jemals Halt gab, war mein Rudel. Zwei Jahre sass ich in einem Zwinger und immer wieder habe ich mich verkrochen in einer dunklen Hundehütte, wenn nur jemand an den Gitterstäben vorbei ging.

Jetzt bin ich bei Roswitha untergekommen, den besten Pflegeplatz für ängstliche und traumatisierte Hund ever! Aber auch sie ist am verzweifeln, weil ich mich so gar nicht öffnen kann. Ja gut, ich gehe täglich brav mit ihr und zwei weiteren Vierbeinern an der Leine spazieren, wandel dahin und interessiere mich weder für meine vierbeinigen Kollegen noch für Autos oder andere Menschen. Roswitha sagt, ich lebe in einer "Blase", ja, sie hat sogar Angst, dass ich mich aufgebe. Und das Schlimme ist, dass ich nur mehr bsis zum 15.6. bei ihr bleiben kann!!

Ich bin an nichts interessiert, liege den ganzen Tag im Körbchen und hoffe, dass mich niemand sieht und anspricht. Ja, man kann jetzt sagen, ich sei genügsam, unkompliziert, lebe an der Hundewelt vorbei - aber Leute - ich habs nicht anders kennen gelernt. Dabei wäre ich hochintelligent mit meinen 8 Jahren - ich suche nur Zweibeiner, die mein Interesse wecken und mir Sicherheit geben. Ich mag euch ja alle, ich bin euch unheimlich dankbar - aber ich lebe in einer total verkorksten Hundewelt. Irgendwo muss es doch jemanden geben, der das Eis in mir brechen läßt?

Ich suche einen ruhigen Platz, ältere aber nicht zu aktive Menschen, es muss gar kein Garten sein, nein, einfach jemand, der es versteht, mich aus dem Loch zu reißen, in dem ich seit Jahren festsitze. Ich gehe wirklich brav an der Leine, belle nicht, schlafe viel und beobachte in der Wohnung - KInder wären mir eine Belastung, ich mag aber dafür Katzen gerne, einfach ein ruhiges Daheim, wo ich sein kann wie ich bin.

Bitte meldet euch bei Ursula unter 06645686195

Du hast die Wahl

Wenn bei ihnen ein Hund einziehen sollte - überlegen sie gut und nehmen sie sich für ihre Gedanken Zeit, bedenken sie, dass sie für das Tier die nächsten Jahre die Verantwortung tragen. Fassen sie alles Mögliche in Betracht - Wohnungs- und Jobwechsel, Familiengründung, Allergien, Urlaubsfahrten - es gibt für alles immer eine Lösung, wenn es dann doch anders kommt, als man denkt - im Leben hat man keine Garantie. Dafür sind Tierheime da, um ihnen in solchen Fällen zur Seite zu stehen.

Zunehmend haben wir Tierheime aber das Problem, dass sich Menschen aus dem Ausland - sei es via Internet Plattformen, im Urlaub oder auch ganz bewußt von einem Billig Vermehrer, Hunde mit nach Hause nimmt. Ein Großteil diesere Hunde wird wahrlich für den immer noch nicht gesättigten "Billig Markt" Europa auf tierquälerische Art und Weise "produziert", die Tiere kennen kein Tageslicht, keine grüne Wiese und schon gar nicht den Kontakt zum Menschen. Besonders kleine Rassen, welche derzeit sehr im Trend liegen, wie Chihuahua, Malteser, Yorkshire, Französische Bull Dogge - all diese Rassen finden reißend Absatz in unserer Gesellschaft und werden über dubiose Händler und leider immer noch aus dem Auto heraus, angeboten.

Es ist durchaus verständlich, dass man, hat man so einen meist viel zu jungen Welpen - weggerissen von der Mutter - in der Hand, seinem Herz nicht widerstehen kann und ihn aus Mitleid, aber auch aus dem ganz einfachen Grund, einen Rassehund möglichst billig zu erstehen, an sich nimmt. Zu Hause angekommen wird einem alsbald klar, dass die Tiere krank, zeitintensiv und  verhaltensgestört sind und auch mehr Geld kosten, als man eigentlich zur Verfügung hat.

Daher unser Appell an alle, die sich für einen treuen Wegbegleiter entscheiden - wenden sie sich an eine seriöse Tierschutzorganisation oder an Tierheime, die sie eingehend und kompetent beraten werden, wo man ihnen nicht einen Hund - weil ja so arm - einfach aufs Auge drückt und sie dann mit ihren Problemen alleine gelassen werden. Organisatitonen die es ernst meinen und verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehen, beraten sie in jeder Hinsicht, bieten Sachkundenachweise, Hundetrainer und immerwährende Betreuung an, nehmen die Tiere wenn es nicht klappen sollte, jederzeit und gerne zurück, machen Vorkontrollen bei einer Tasse Kaffee und sind stets bemüht, den passenden Hund für die richtigen Zweibeiner zu finden.

Noch etwas: Auch Organisationen, welche im Ausland in Tierheimen und Tötungsstationen tätig sind, seriös und kompetent arbeiten, die Hunde mit Traces, EU Pass und gesund nach Ö bringen, die für Vierbeiner, auch wenn es bei den Adoptanten nicht klappen will, stets einen Platz frei haben um sie wiedere zurück zu nehmen - sind willkommen im Kampf gegen das Hundeleid im Ausland.