Wer erinnert sich noch an mich? Ich der Schoki, der 2jhrige BorderCollie mit absolut mieser Vergangenheit. Ich wurde zusammen mit meinem Frauchen von den Hausmitbwohnern schickaniert bis aufs Fell - wenn ich bellte, hat man mit einer Schreckschusspistole geschossen, wenn die Pistole losging, habe ich gebellt. Ich wurde getreten und total verwahrlost, bis mich das Amt abgenommen und im Halleiner Tierheim untergebracht hat.
Die letzten Monate durfte ich in einem Therapiezentrum für auffällige Hunde verweilen und jetzt, nach 8 Monaten bin ich fit für die Zukunft - und das ist mein Steckbrief, ausgestellt von meiner Hundetrainerin hoch oben im Norden Deutschlands, von wo ich auch jetzt vermittelt werde:
Unser Schoki ist nun soweit, dass wir nach den passenden Menschen für ihn Ausschau halten können! Der gerade einmal 12 kg leichte und 45 cm kleine, kastrierte Rüde hat eine besonders berührende Vorgeschichte, die wir gerne kurz erzählen möchten.
Und so ist Schoki im August 2025 bei uns im Hunde-Trainingszentrum eingezogen. Seitdem geht es für den Kerl stetig bergauf!
Angefangen haben wir mit einem unfassbar gestressten, verängstigten Schoki, der jedes Vertrauen in den Menschen verloren hatte. Schoki war noch nie der Hund, der Ärger provozieren oder in die Offensive gehen würde – vielmehr hat er versucht, zu vermeiden was zu vermeiden geht. Fühlte er sich jedoch bedrängt und sah keinen anderen Ausweg, war er auch bereit, sich mit den Zähnen zu verteidigen. Inzwischen hat sich sehr, sehr viel getan und nach einigen Monaten Vertrauensaufbau darf unser Schoki nun sein Köfferchen fürs neue Zuhause packen!
Wie würden wir Schoki beschreiben?
Unter all dem Plüsch steckt nicht nur körperlich ein zarter Hund, auch in seinem Wesen ist Schoki eine zarte Seele, die sehr feinfühlig und sensibel ist. Schoki ist ein grundnetter Kerl, der sich mit allem und jedem konfliktvermeidend verhält und Ärger lieber aus dem Weg geht.
Seinen Bezugspersonen gegenüber ist er anhänglich und kontaktfreudig, aber nicht aufdringlich. Er ist eher der unauffällige Typ Hund, der mal ganz vorsichtig nach der ein oder anderen Streicheleinheit „fragt“. Fremde Menschen begrüßt er ebenfalls durchweg freundlich. Auch andere Hunde findet Schoki toll und zeigt sich hier durchweg sozial und freundlich. Riecht es irgendwo nach Ärger, zieht Schoki sich auch hier lieber zurück. Mit netten Hunden hingegen lässt er sich gerne mal auf ein Spiel ein.
An unserer Katze zeigt Schoki kein Interesse. Schafe findet er nach zwei Hüteanlagentests ebenso wenig spannend und auch sonst zeigt Schoki keinen „Hütetrieb“.
Da Schoki bei uns derzeit in einer Hundepension lebt, müsste er an das Leben im häuslichen Familienumfeld wieder gewöhnt werden. Wir gehen aber davon aus, dass er sich mit ein bisschen Eingewöhnungszeit und Training gut wieder in das häusliche Umfeld integrieren lässt. Bei uns in der Pension zeigt er sich weder als „Kläffer“ noch als Zerstörer und kann gut Ruhe halten.
Überhaut ist Schoki für einen Border Collie sehr genügsam, hat ein angenehmes ruhiges Temperament und neigt nicht zum Überdrehen. Dennoch geht er natürlich gerne lange spazieren und würde verschiedenste geistige Auslastung im Hobbybereich sicherlich sehr genießen. Er arbeitet rassetypisch super gerne mit dem Menschen zusammen, ist super für Leckerlies zu begeistern und blüht an seinen Erfolgserlebnissen im Training richtig auf.
Natürlich geht Schoki inzwischen auch gut an der Leine, ist draußen aufmerksam und abrufbar, zeigt keinen Jagdtrieb, fährt problemlos im Auto mit und zeigt sich Umweltreizen gegenüber eher unbeeindruckt. Sämtliche Begegnungen an der Leine verlaufen unproblematisch, zum „Pöbeln“ neigt Schoki überhaupt nicht.
Durch sein vieles, plüschiges Fell benötigt Schoki selbstredend viel Fellpflege, woran weiter mit ihm gearbeitet werden muss, ebenso an allen anderen sogenannten „Handling-Maßnahmen“ wie Körperpflege, tiermedizinische Maßnahmen usw.. Auch sonst macht körperliche Bedrängnis, Einschränkung und ähnliches Schoki noch das ein oder andere Mal Angst und Stress. Er hat schon lange nicht mehr die Notwendigkeit gesehen, in seiner Angst nach dem Menschen zu beißen, dennoch benötigt es hier noch weiteren Vertrauensaufbau, der weiterhin Geduld und Verständnis, aber auch Souveränität und einen klaren, vorgegebenen Rahmen erfordert, der Schoki Sicherheit gibt.
Bei uns lässt Schoki sich inzwischen durch alle Mitarbeiter, männlich wie weiblich, ebenso gut händeln wie durch diverse Trainingshelfer, Ehrenamtler und Praktikanten. Selbst mit unseren Schülerpraktikanten und Kinder-Besuch geht er toll um. Trotzdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich um einen Hund mit traumatischer Vorgeschichte handelt, der, ist er getriggert, nach dem Menschen beißen könnte. Deshalb kennt Schoki selbstverständlich das Tragen eines Maulkorbs. Er lässt sich diesen inzwischen problemlos anziehen und sollte ihn auch langfristig situativ tragen, beispielsweise bei der Fellpflege oder beim Tierarzt.
Was für ein Zuhause suchen wir für Schoki?
Am Wichtigsten sind uns für Schoki souveräne, verständnisvolle Menschen, die ihn nicht nur aus Mitleid adoptieren möchten! Auch wenn seine Vorgeschichte bewegend ist, benötigt Schoki mehr als Mitgefühl und Liebe: Menschen, die es ihm nicht krumm nehmen, wenn es einen Rückschritt gibt und Schoki doch noch mal in seiner Angst die Zähne auspackt, die bereit sind, weiter in Training und Vertrauensaufbau zu investieren, im Verständnis und vor allem Sicherheit durch einen klaren Rahmen und Regeln und Grenzen bieten, wie sie jeder Hund benötigt. Vor dem situativen Benutzen seines Maulkorbs sollte man sich zudem auch nicht scheuen.
Und: Auch wenn Schoki bei uns sehr nett auf Kinder reagiert, sollten eventuell im Haushalt lebende Kinder mindestens das Teenageralter erreicht haben.
Darüber hinaus ist Schoki recht genügsam:
Ein Haus mit Garten im ländlichen Umfeld wäre toll, aber auch eine Etagenwohnung und ein eher städtisches Umfeld wären für ihn denkbar. Wir können uns Schoki sowohl in Mehrhundehaltung als auch als Einzelhund vorstellen. Sicherlich ließe er sich auch gut an andere Haustiere wie Katzen gewöhnen. Überhaupt denken wir, dass Schoki sich grundsätzlich an so ziemlich jedes Umfeld anpassen könnte, wenn das Vertrauen zu seinen Menschen stimmt.
Wo sind die Menschen, die seinem Namen gerecht werden und diesem besonderen Hund endlich die Schokoladenseite des Lebens zeigen möchten?
Schoki ist selbstverständlich geimpft, gechipt und gegen Parasiten behandelt, Krankheiten sind keine bekannt.
Er wartet in 39624 Sallenthin, Deutschland, auf sein neues Zuhause.
Kontakt: Hunde-Trainingszentrum Heldenschmiede